„Freischießen stammen wahrscheinlich aus dem Mittelalter und waren ohne Zweifel usrpünglich Schützenfeste. Sie finden sich hauptsächlich in Städten (Corbach, Sachsenhausen, Mengeringhausen, Waldeck, Sachsenberg, zu Waldeck seit 1749). Es werden Züge mit Musik und Trommelschlag angestellt und sind mitunter alterthymliche Gerbäuche dabei beibehalten (Voranführen eines mit Bändern geputzten Hammels, … s.g. Laufer in weißen Kleidern, rothen Schuhen, buntem, gebänderten Spitzhut, mit rother Lauferstange, Pritschenmeister). Auch auf Dörfern kommen Freischießen vor (Berndorf, Twiste, Helsen, Adorf) und kehren meisst nach einer bestimmten Reihe von Jahren, gewöhnlich nach 8, wieder. Im Jahr 1621 wurde zu Rhoden ein Frei- und Gesellenschießen mehrere Tage lang gehalten. Die Platzmeister gaben zum besten Gewinn einen silbernen und halb vergüldeten Pokal von 24 Thlr., einen Pokal von 11 Thlr. und 2 Hämmel. Unter andern kurzweiligen Spielen sollte um einen Pokal von 16 Thlr. Werth mit Würfeln geworfen werden. Alle benachbarten Schützen und Schießgesellen wurden eingeladen. Im J. 1607 und 1811 wurde verordnet, um Unordnung zu verhüten, solle jedesmal bei dem Freischießen ein Aufseher (Bürgermeister u. Rathsgewandte) zugegen sein“
Anm.: Aus Curtze, Louis Friedrich, Christian: Geschichte und Beschreibung des Fürstenthums Waldeck
